Archiv der Kategorie 'Presseberichte'

Molotow-Cocktail als Auslöser bestätigt

Prozess um Anschlag auf Bitterfelder AKW

22.01.2016 17:16 Uhr


Eines der Zeichen mutmaßlich rechter Gewalt: Im April 2015 wurde ein üblicherweise von Alternativen bewohnter Wohnwagen angezündet.

Von Thomas Steinberg
Ein Gutachter rekonstruiert den Ablauf des Brandanschlags auf das Alternative Kulturwerk (AKW) in Bitterfeld im April vorigen Jahres. Betroffene kritisieren nun eine Boulevard-Zeitung, die das AKW selbst als Täter beschuldigte.

Bitterfeld/Dessau.Der Brand eines Wohnwagens im Bitterfelder Alternativen Kulturwerk (AKW) wurde höchstwahrscheinlich unmittelbar von einem Molotow-Cocktail ausgelöst. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des Landeskriminalamtes, das gestern beim Prozess gegen vier der Brandstiftung angeklagten Zörbiger vorgestellt wurde. (mehr…)

Angeklagter war bei Brandanschlag betrunken

Alternatives Kulturwerk Bitterfeld


Unmittelbar nachdem ein Täter von der Polizei gestellt worden war, ergab ein Atemalkoholtest bei ihm einen Wert von 2,4 Promille. Dieser Wert und sein Verhalten gegenüber den Polizisten könnten darauf hindeuten, dass sich der Angeklagte wegen seiner Alkoholisierung nicht mehr voll im Griff gehabt habe.(BILD: Reiinke/Archiv)

Von Thomas Steinberg
Einer der Angeklagten im Prozess zu den Brandanschlägen auf das Alternative Kulturwerk Bitterfeld war zum Tatzeitpunkt betrunken. Das Landgericht beschäftigt sicht deshalb mit der Frage: War er voll schuldfähig oder nicht?

Bitterfeld/Dessau.Der Prozess wegen der Brandanschläge gegen das Alternative Kulturwerk (AKW) in Bitterfeld kommt nur langsam voran. Am diesmaligen Verhandlungstag am Landgericht in Dessau ging es vor allem um die Frage, ob einer der Angeklagten zum Tatzeitpunkt voll steuerungsfähig war oder nicht.

Denn unmittelbar nachdem er von der Polizei gestellt worden war, ergab ein Atemalkoholtest bei ihm einen Wert von 2,4 Promille. Dieser Wert und sein Verhalten gegenüber den Polizisten könnten darauf hindeuten, dass sich der Angeklagte wegen seiner Alkoholisierung nicht mehr voll im Griff gehabt habe, meinte die Psychiaterin im Prozess. (mehr…)

Mehrjährige Haftstrafen für zwei rechte Schläger

Übergriffe auf Linke in Bitterfeld-Wolfen

04.01.2016 18:52 Uhr | Aktualisiert 04.01.2016 19:15 Uhr


«Justitia» ist die Göttin der Justiz und der Gerechtigkeit. (BILD: dpa/Symbol)

Nach mehreren gewaltsamen Übergriffen auf Angehörige der linken Szene in Bitterfeld-Wolfen sind fünf Männer verurteilt worden. Der Hauptangeklagte muss für vier Jahre hinter Gitter.

Bitterfeld/Dessau.Im Prozess gegen fünf Männer aus Bitterfeld-Wolfen wegen Übergriffen auf Leute aus der linken Szene sind am Montagnachmittag alle Angeklagten verurteilt worden. Der Hauptangeklagte muss vier Jahre Haft absitzen. Neben einer weiteren mehrjährigen Haftstrafe wurden zwei Bewährungsstrafen und einmal Jugendarrest verhängt. (mehr…)

Zeuge war mit Situation überfordert

Brandanschlag auf AKW in Bitterfeld

21.12.2015 12:13 Uhr | Aktualisiert 21.12.2015 12:44 Uhr


Kurz nach Mitternacht ging der Wohnwagen in Flammen auf. (BILD: Privat)

Von thomas steinberg
Beim Brandanschlag auf das AKW in Bitterfeld fotografierte ein Bewohner das Feuer, unhterließ aber jede Hilfeleistung. Seine vagen Aussagen vor Gericht lässt die Verfahrensbeteiligten ratlos zurück.

Zörbig/Dessau.Ein im Internet kursierendes Foto ließ es vermuten: Für das von Brandsätzen ausgelöste Feuer im Bitterfelder Alternativen Kulturwerk (AKW) könnte es einen weiteren Zeugen geben. Denn sowohl der Entdecker des Brandes als auch die Eigentümerin des angesteckten Wohnwagens hatten bestritten, Fotos gemacht zu haben. Was durchaus plausibel klang – beide waren mit Löscharbeiten beschäftigt. (mehr…)

Zeuge sieht Hitler-Bilder als „Spaß“

Prozess nach Brandanschlägen auf AKW Bitterfeld

18.12.2015 14:51 Uhr | Aktualisiert 18.12.2015 17:05 Uhr

Eines der Zeichen mutmaßlich rechter Gewalt: Im April 2015 wurde ein üblicherweise von Alternativen bewohnter Wohnwagen angezündet.
(BILD: Georg Wenzel)

Beim Prozess wegen des Brandanschlags auf das Alternative Kulturwerk (AKW) widerspricht sich ein Zeuge in seinen Aussagen. Hitler-Bilder und Nazi-Symbole, die er und die Angeklagten sich in einer WhatsApp-Gruppe gegenseitig geschickt hatten, bezeichnet der 17-Jährige als „schwarzen Humor“.

Zörbig.Ein Zeuge im Bitterfelder AKW-Fall hatte bei der Polizei behauptet, zwei der inzwischen vorm Landgericht Dessau Anklagten hätten vierzehn Tage vor dem zweiten (gescheiterten) Brandanschlag angekündigt, „eine Aktion am AKW“ starten zu wollen. Bei seiner Vernehmung vor Gericht relativierte er diese Behauptung jedoch, wollte sich an seine Aussage nicht erinnern. Es könne ebenso sein, dass er bei der Polizei gelogen habe, wofür er allerdings keinen Grund zu nennen wusste. Der mit beiden Angeklagten bekannte, beziehungsweise befreundete 17-Jährige machte auch ansonsten erhebliche Erinnerungslücken geltend und widersprach sich immer wieder. (mehr…)