Pressemitteilung des AKW zu Bild-Artikel

Heute erschien in der Regionalausgabe Halle/Saale der Bildzeitung, ein Artikel, in dem scheinbar unhaltbare Unterstellungen gegen das Alternative Kulturwerk erhoben werden. Wir veröffentlichen an dieser stelle eine Pressemitteilung des AKW.

Pressemitteilung des AKW Bitterfeld zur aktuellen Berichterstattung der Bild Regionalausgabe Halle/Saale.

Unter der Schlagzeile „Fachten die Linken das Feuer selbst an?“ veröffentlichte die Bildzeitung Regionalausgabe Halle/Saale am 19.01.16 einen Artikel von Thilo Scholtyseck. Im Artikel wird mit Verweis auf einen angeblichen Brandgutachter erklärt: „Doch der enorme Brandschaden – ein Wohnwagen wurde völlig zerstört – geht nicht auf das Konto des angeklagten Neonazi-Quartetts. Das bestätigte ein Brandgutachter.“

Entgegen der Darstellung der Bildzeitung vom 19.01.16, waren im Prozess wegen der Brandanschläge auf unser Gelände im vergangenen Jahr, noch keinerlei Brandgutachten Gegenstand des laufenden Verfahrens. Bisher wurden weder Gutachter befragt, noch waren schriftliche Gutachten zum Brandhergang oder Schadensbild bisheriger Gegenstand der Hauptverhandlung.

Von einer, im Artikel behaupteten „Wende“ im Prozess kann keine Rede sein.
Wir wehren uns eindeutig gegen die, in diesem Artikel erhobenen Vorwürfe, welche jeder realistischen Wahrnehmung der bisherigen Prozesstage widersprechen.

Die bewusste Umkehr von Tätern und Betroffenen ohne jegliche greifbare Grundlagen und die klar erkennbare Unkenntnis der bisherigen Fakten, geben uns weitere Anhaltspunkte diesen Artikel auch als grobe Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht einzuordnen.

Derzeit prüfen wir unsererseits rechtliche Schritte und behalten uns außerdem eine Beschwerde beim Deutschen Presserat wegen Verstoß gegen den Deutschen Pressekodex vor.

Dieser beinhaltet unter Ziffer 2 unter anderem:
„Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.“