Zeuge sieht Hitler-Bilder als „Spaß“

Prozess nach Brandanschlägen auf AKW Bitterfeld

18.12.2015 14:51 Uhr | Aktualisiert 18.12.2015 17:05 Uhr

Eines der Zeichen mutmaßlich rechter Gewalt: Im April 2015 wurde ein üblicherweise von Alternativen bewohnter Wohnwagen angezündet.
(BILD: Georg Wenzel)

Beim Prozess wegen des Brandanschlags auf das Alternative Kulturwerk (AKW) widerspricht sich ein Zeuge in seinen Aussagen. Hitler-Bilder und Nazi-Symbole, die er und die Angeklagten sich in einer WhatsApp-Gruppe gegenseitig geschickt hatten, bezeichnet der 17-Jährige als „schwarzen Humor“.

Zörbig.Ein Zeuge im Bitterfelder AKW-Fall hatte bei der Polizei behauptet, zwei der inzwischen vorm Landgericht Dessau Anklagten hätten vierzehn Tage vor dem zweiten (gescheiterten) Brandanschlag angekündigt, „eine Aktion am AKW“ starten zu wollen. Bei seiner Vernehmung vor Gericht relativierte er diese Behauptung jedoch, wollte sich an seine Aussage nicht erinnern. Es könne ebenso sein, dass er bei der Polizei gelogen habe, wofür er allerdings keinen Grund zu nennen wusste. Der mit beiden Angeklagten bekannte, beziehungsweise befreundete 17-Jährige machte auch ansonsten erhebliche Erinnerungslücken geltend und widersprach sich immer wieder.

Die beiden Angeklagten bestritten über ihre Anwälte das Gespräch. Es sei „erstunken und erlogen“. Soweit sie sich überhaupt bisher eingelassen hatten, wurde von ihnen die Tat als eine kurz zuvor geplante dargestellt.

WhatsApp-Gruppe „Zörbiger Hooligans“

Der Zeuge wie auch drei der vier Angeklagten waren einer Polizistin zufolge in einer WhatsApp-Gruppe „Zörbiger Hooligans“ angemeldet. Dass darüber offenbar ständig Hitler-Bilder und Nazi-Symbole verschickt wurden, sei, so der Zeuge, nicht ernst gemeint gewesen. „Rechtsextreme Bilder habe ich als schwarzen Humor gesehen“, die „Zörbiger Hooligans“ seien lediglich eine „Spaßgruppe“ gewesen. (mz)

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung