Archiv für August 2015

Initiative in Bitterfeld

Bündnis gegen Rechts stellt sich breit auf

27.08.2015 09:43 Uhr | Aktualisiert 27.08.2015 10:13 Uh


Rechtsextreme während einer Demonstration (BILD: DPA/ARCHIV)

VON LISA GARN
Sechs Arbeitsgruppen der Vereinigung „Gemeinsam gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage Bitterfeld-Wolfen“ planen die nächsten Aktionen. Opferberatung informiert über Prozess-Vorbereitung.

BITTERFELD. Das Bündnis gegen Rechts gibt sich eine feste Struktur: Es hat sechs Arbeitsgruppen gebildet, um auf mehreren Ebenen in Aktion zu treten. Rund 60 Mitglieder sind der Vereinigung „Gemeinsam gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage Bitterfeld-Wolfen“, die sich Anfang Juli gegründet hatte, inzwischen beigetreten. „Das ist eine enorme Zahl und ich weiß von vielen, dass auch sie noch beitreten wollen“, erklärte Bettina Kutz, DGB-Kreisvorsitzende und Mitglied der Bündnis-Initiativgruppe, während der Beratung am Dienstag im Bitterfelder Rathaus. (mehr…)

Der alltägliche Rassismus

Alltagsrassismus scheint in vielen Regionen immer öfter auch alltagstauglich zu werden.

„Früher hat man Ressentiments im Freundeskreis geäußert. Jetzt ist man eher bereit, das offen zu sagen.“ Weil andere das auch tun, etwa bei den Aufmärschen von Pegida und Legida. „Für viele wirkt das wie eine Ermutigung, ihre Vorurteile öffentlich zu äußern.“

Die MZ hat sich mit dem erstarkenden Rassismus, vor allem in der gesellschaftlichen Mitte, etwas näher auseinander gesetzt.

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Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt
14.08.2015 20:43 Uhr


Von Mitgefühl ist oft keine Rede – Forscher sehen seit Jahren stattdessen einen starken Bodensatz an rassistischen Einstellungsmustern.
(BILD: DPA

VON ALEXANDER SCHIERHOLZ
Fremdenfeindliche Hetze im Internet, Steine und Brandsätze gegen Asylbewerber und ihre Unterkünfte: Woher kommt dieser Hass? Ein Erklärungsversuch.

SANDERSDORF/MERSEBURG. Zum Beispiel Sandersdorf, 14.000 Einwohner, Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Ende Mai, ein Rentner und ein Asylbewerber geraten verbal aneinander. Ein Dritter, ein Arzt, mischt sich ein. Später beschreibt der Arzt den Vorfall auf seiner Facebook-Seite. Von „so nem stark pigmentierten Fahradfahrer mit Imigrations-Hintergrund“ schreibt er, und später: „Die haben auf ihrer Jolle aufm Mittelmeer genügend Zeit, sich mit den Deutschen Regeln zu befassen, bevor sie herkommen!“ Der Beitrag wird hundertfach geteilt und in sozialen Netzwerken kommentiert, zum Teil mit offenen Gewaltdrohungen wie „Mein Tip: Hau ihn um“ oder gar „schlag in tot, die schwarze Sau“. (Fehler jeweils im Original). Nach einigen Tagen löscht der Mann seine Einträge, distanziert sich davon und von allen rassistischen Kommentaren dazu. (mehr…)

Kein Bock auf Nazis – Open Air – in Bitterfeld!!!

Am 05. Sept. wird es in Bitterfeld ein tolles Open Air geben. Unter dem Motto „Kein Bock auf Nazis“ spielen an diesem Tag unter anderem Feine Sahne Fischfilet, La Confianza und Plattensprung für euch auf der Freilichtbühne in Bitterfeld.

Auch wir unterstützen dieses Open Air. Tut es uns gleich, teilt dieses Event und ladet eure Freund_Innen ein!

Weitere Informationen zum Open Air findet ihr außerdem unter Open Air Bitterfeld

>>> Facebook Event < <<

Zunahme rechter Gewalt in Bitterfeld-Wolfen

Rechtsextreme Straftaten
05.08.2015 09:37 Uh


Eine ernste Halbjahresbilanz für 2015 musste die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalttaten jetzt ziehen: Steffen Andersch, Marco Steckel und Jan Burghardt (v.l.).
(BILD: SEBASTIAN)

VON LISA GARN
Opferberatung sieht Schwerpunkt bei Delikten in Bitterfeld-Wolfen. Im ersten Halbjahr zählt sie 17 Angriffe in der Stadt. Die Lage sei „besorgniserregend“.

BITTERFELD.Bitterfeld-Wolfen ist zum Schwerpunkt rechtsextremer Straf- und Gewalttaten in der Region Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und Dessau-Roßlau geworden. Zugleich ist die Stadt eine Hochburg für Aktivitäten wie Kundgebungen und Demonstrationen. Das haben gestern die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt und das mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus bilanziert. Insgesamt 21 politisch rechts motivierte Angriffe hat die Opferberatung im ersten Halbjahr für die Region erfasst. Das sind bereits jetzt drei Fälle mehr als im gesamten Vorjahr. (mehr…)

Anklage gegen mutmaßliche Rechtsextreme aus Bitterfeld

Prozess am Landgericht Dessau
31.07.2015 14:33 Uhr | Aktualisiert 31.07.2015 20:09 Uhr


Justitia (BILD: DPA/SYMBOL)

Sieben Männer zwischen 18 bis 25 Jahren müssen sich vor Gericht wegen Übergriffen auf die linke Szene verantworten. Die Opfer hatten zum teil erhebliche Verletzungen erlitten.

BITTERFELD. Die Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau hat Anklage gegen sieben mutmaßliche rechtsextreme Schläger erhoben. Sie sollen in unterschiedlicher Zusammensetzung an sechs Übergriffen auf Mitglieder der linken Szene in Bitterfeld-Wolfen beteiligt gewesen sein, teilte das Landgericht am Freitag mit. Die Taten haben sich im März und April ereignet. Die Anklage wirft den 18 bis 25 Jahre alten Beschuldigten gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung und Nötigung vor. (mehr…)