Erneut versuchten Neonazis das AKW Bitterfeld anzugreifen

Alternatives Kulturwerk in Bitterfeld

Zwei Männer nach versuchtem Brandanschlag in U-Haft

02.06.2015 14:57 Uhr | Aktualisiert 02.06.2015 17:58 Uhr

VON LISA GARN
Die Männer, die am Sonntag in Bitterfeld verhaftet wurden, sitzen nun in Untersuchungshaft. Bei ihnen wurden Molotow-Cocktails gefunden. Das AKW geht von einem versuchten Brandanschlag aus.

Bitterfeld. Der fatale Verdacht hat sich bestätigt: Am Wochenende wollten zwei Männer offensichtlich erneut mit Molotowcocktails einen Brandanschlag auf das Alternative Kulturwerk (AKW) in Bitterfeld verüben. „Die Umstände sprechen dafür, dass der versuchte Anschlag rechts motiviert ist“, sagte Frank Pieper, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau. „Letzte Sicherheit besteht aber erst mit einem rechtmäßigen Urteil.“ Die 26 und 30 Jahre alten Männer sitzen seit Montag in Untersuchungshaft. Ihnen wird versuchte schwere Brandstiftung vorgeworfen.

Die Männer waren der Polizei am Samstag gegen 23.20 Uhr vor dem AKW aufgefallen, weil an ihrem Auto keine Kennzeichen angebracht waren. Bei der Kontrolle fanden die Beamten zwei Molotowcocktails – Stofffetzen in mit Benzin gefüllten Flaschen – und einen Baseballschläger im Fahrzeug.

Die Tatverdächtigen sind bereits mehrfach polizeilich aufgefallen Der Jüngere ist wegen einer rechtsmotivierten Straftat verurteilt worden – der korrekte Straftatbestand lautet Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Näheres dazu konnte Pieper gestern nicht sagen. Zudem stand der 26-Jährige wegen mehrerer Körperverletzungsdelikte vor Gericht. Der Ältere ist wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden.

Einer der Tatverdächtigen stamme aus dem Raum Bitterfeld, so Pieper. Der andere sei in Halle gemeldet. Allerdings sei nicht bestätigt, ob er dort auch tatsächlich wohnt. Auch eine Hausdurchsuchung habe stattgefunden. „Es sind aber keine relevanten Gegenstände gefunden worden.“

Ob sich an die Verhaftung der beiden weitere Hausdurchsuchungen und andere Maßnahmen anschließen, dazu gab Pieper gestern keine Auskunft. (mz)

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung Bitterfeld