Versuchter Brandanschlag auf Alternatives Kulturwerk Bitterfeld

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Neofaschismus & Recherche Bitterfeld:

In der Nacht vom Samstag zum Sonntag versuchten Neonazis offenbar einen weiteren Brandanschlag auf das Alternative Kulturwerk Bitterfeld – AKW – zu verüben. Bei einer Polizeikontrolle wurden mehrere Gegenstände wie ein Baseballschläger und zwei vermutliche Molotow Cocktails sichergestellt.

Am Samstag, dem 30.05. bemerkten Bewohner_innen des AKW Bitterfeld, dass auf der Straße vor dem Grundstück eine Polizeikontrolle stattfand. Zwei Beamte kontrollierten einen mit HFC-Aufklebern versehenen, silbernen Renault. Aus den Gesprächen zwischen den Beamten und den zwei jungen, männlichen Insassen ging hervor, dass sie wegen fehlender Kennzeichen angehalten wurden. Der Fahrer des KFZ baute daraufhin Anhalt-Bitterfelder Kennzeichen an. Während der Innenraumkontrolle des Fahrzeugs fanden die Beamten Gegenstände, welche sie zunächst im Kofferraum des Zivilfahrzeugs deponierten. Nach einem Alkoholtest beim Fahrer wurde unter anderem das Bein des Beifahrers, vermutlich wegen der Dokumentation von Tätowierungen, durch die Polizei abfotografiert.

Nachdem ein zweiter Streifenwagen mit vier weiteren Beamten eintraf, wurden ein Alu-Baseballschläger und eine Flasche aus dem kontrollierten Fahrzeug in eines der Polizeiautos gebracht. Während einer erneuten Durchsuchung des Fahrzeugs fand einer der hinzugekommenen Beamten im Fußraum des Beifahrers eine weitere Schnapsflasche mit Inhalt und einem Stofffetzen im Flaschenhals. Auf Nachfrage der Beamten, was aus der Flasche ausgelaufen sei, antwortete einer der Männer „Na das Benzin“. Der Fahrzeugführer und der Beifahrer wurden auf die Streifenwagen aufgeteilt und fuhren gegen 0:45 Uhr davon. Gegen 2:00 Uhr kamen Kripo Beamte, um Spuren zu sichern und das Auto abzuholen.
Die Pressestelle der Polizei hat bisher nur bestätigt, dass ein Kfz festgestellt, Gegenstände beschlagnahmt und zwei Personen in Gewahrsam genommen wurden. Auf Nachfrage was den Personen vorgehalten werde, verwies die Polizei an die Staatsanwaltschaft.

Für Bewohner_Innen des AKW und die AG NeoFa & Recherche Bitterfeld ist klar, dass offenbar ein geplanter, weiterer Brandanschlag auf das AKW Bitterfeld unmittelbar bevor stand. Dass es sich bei den Tätern um Neonazis handeln dürfte, liegt auf der Hand, denn auch nach den diversen Angriffen der letzten zwei Monate auf Antifaschist_innen, Geflüchtete und Nichtrechte Menschen werden aus dem Neonazimilieu immer wieder neue Gewalttaten angedroht.

Abermals wurde deutlich, was antifaschistische Gruppen der Region Bitterfeld seit Monaten sagen: Bitterfeld-Wolfen hat ein Neonazi-Problem!

AG [NeoFa] & Recherche Bitterfeld